Julian Heuser


CV/Press

Allumfassend zieht Julian Heuser den Betrachter mit seinen raumgreifenden Installationen, Malereien und Objekten in den Bann. Das Spiel mit der Wahrnehmung, die Irritation über Wirklichkeit und Traum, das Vermitteln und Auslösen von starken Emotionen sind sein Ziel. Dafür bedient der junge Künstler sich aller zur Verfügung stehenden Mittel.

Während seine Formen der Fragestellungen tief in der Geschichte der Kunst verankert sind, auf die Sprache eines Hieronymus Bosch genauso zurückgreifen wie auf die Verschränkungen so manches Surrealisten oder optische Experimente der Renaissance-Meister (Stichwort Anamorphose) neu interpretieren, ist Heusers Handwerkszeug im ersten Schritt die digitale Bandbreite an Möglichkeiten. „Photoshop ist beispielsweise mein Akkubohrer für die Farbjustierung“, erklärt er. Aber auch 3D-Drucker und Simulationsprogramme macht er sich zunutze. Das freie Arbeiten ist dadurch schneller geworden. Vielleicht auch ein bisschen mutiger.

Als Kind der 1990er Jahre ist er auch in der Bildwelt dieses Jahrzehnts Zuhause und arbeitet mit dessen Ästhetik. Beavis and Butthead aber auch die Retro-Animationen von MTV arbeiteten alle mit der gleichen Abstraktion und Emotionslosigkeit im Ausdruck. Das macht die Charaktere kalt, automatisch „creepy“, und löst hilflose Gefühle wie Apathie oder Ekel in einem aus. Heuser enttarnt diese Mechanismen und wendet sich in seiner Malerei gegen die Kälte. Er möchte den Betrachter berühren, ins Geschehen holen, persönlich ansprechen. Das geht für Heuser nur, wenn er seine eigenen Emotionen mit einfließen lässt. „Wenn ich nichts fühle, kann ich nicht malen“.

Seltsame Wesen tauchen wie Akteure in einem Stück auf. Wie Anhäufungen von etwas sind sie undefinierbar und weder Objekt noch Subjekt, sondern irgendetwas dazwischen. Das „Dazwischen“ ist auch die Bühne, auf der sich diese Gestalten am liebsten tummeln. Julian Heuser agiert zwischen Traum und Wirklichkeit. Der Wachtraum ist der Zustand, den seine Arbeiten immer wieder nachempfinden und den er den Betrachter durchleben lässt. Die Irritation über die Wirklichkeit, das Abgleiten in die Fiktion sind für ihn Mittel, den Betrachter ins Kunstwerk zu holen. Er soll die Unsicherheit über das Hier und Jetzt und die Ohnmacht über das Geschehen genauso spüren können wie der Künstler selbst.

Der Klassenkamerad

2016
145 × 105 cm
oil, acryl on canvas

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Schulden

2017
180 × 180 cm
oil, acryl on canvas

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Der Spielgefährte

2016
145 × 105 cm
oil, acryl on canvas

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Im Fleischerei Fachgeschäft zur Wurst

2016
190 × 290 cm
oil, acryl on canvas

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