Neuroplastics

Klasse Zipp, Universität der Künste
curated by Gesine Borcherdt

31.8–10.9.2021

Felix Becker, Brecheisen (Athalia Altmann, Judith Konitzer, Mascha Naumann), Mina Büker, Charlotte Eitelbach, Media Esfarjani, Milan Dölberg, Ferdinand Dölberg, Kaddi Hemmerling, Hu Jinchi, Barış Kalkan, Magnus Krüger, Rainer Menke, Mascha Naumann, Sara Noubani, Anita Nurzaie, Joram Schön, Selou Sowe, Eli Steinbrenner, Marleijn Specking & De Nietsfabriek, Jannik Richard, Yannick Riemer, Luise Tismer, Ana Tomic, Phonoschrank, Greta Wildhage, Moritz Zeisner, Alon Ziderman, Thomas Zipp

Das Gehirn ist eine lebende Plastik. Es verändert sich zeitlebens, nichts ist darin festgeschrieben, wenn wir es nicht wollen. Die Realität sieht allerdings meist anders aus. Wir denken, fühlen und handeln aufgrund von neuronalen Pfaden, die, einmal angelegt, immer wieder benutzt und weiter verfestigt werden. Der Psychobiologe Donald Hebb drückte es so aus: „Neurons that fire together, wire together.“ Kampf, Flucht oder Erstarrung, vor Urzeiten angelegt im limbischen System, sind bis heute unsere spontanen Reaktionen auf Gefahr – oder auf das, was wir dafür halten. Dass wir uns anders entscheiden und unser Gehirn bis ins hohe Alter aktiv beeinflussen können, ist eine relativ junge Erkenntnis der Wissenschaft. Meditative Praktiken hingegen greifen schon seit tausenden von Jahren auf die Fähigkeit zurück, unsere Wahrnehmung und somit unsere Beziehungen zu anderen und zu uns selbst zu verändern. Werden wir im digitalen Zeitalter wieder darauf zurückgreifen?

Viele Arbeiten in der Klasse von Professor Thomas Zipp an der Universität der Künste Berlin spiegeln die Beschäftigung mit unseren Beziehungen. Sie sind geprägt von psychologischen und persönlichen Themen, von Erinnerungen und Zukunftsgedanken anhand eigener Erfahrungen. Es geht um das Verhältnis zu potentiellen Partner*innen, zur Familie, zur Kindheit, zum Körper, zur vom Menschen gebauten Welt oder zur Natur. Die Grundstimmung ist tastend, suchend, fragend, spielerisch, sich behauptend, ohne festgelegt zu sein. Unruhig, sehnsüchtig, perplex. Die Nerven liegen blank. „Neuroplastics“ arbeitet diese Atmosphäre heraus und gibt den damit verbundenen Fragestellungen Raum, die sich in Performance, Musik, Malerei, Skulptur oder Video, immer aber auf plastische Weise entfalten.

Gesine Borcherdt ist Kuratorin und Kunstjournalistin in Berlin. Über Thomas Zipp verfasste sie u.a. einen Essay im Werkkatalog von Thomas Zipp A23 (Distanz Verlag, 2020), erschienen anlässlich seiner Ausstellung in der Kunsthalle Gießen.

FELD+HAUS bietet an ihrem neuen Standort in Berlin der zeitgenössischen Kunst eine Plattform und hat eine Künstlerresidenz ins Leben gerufen. Supported by www.blueplanetisgreen.com

Photos installation view Roman März

LOCATION
FELD+HAUS Projects, Seestr. 131
13353 Berlin


FELD+HAUS Projects is a new platform for playful experimentation, a creative think tank without boundaries, a laboratory of art installations, ephemeral presentations, performances, film screenings, workshops and symposiums. Located on a small island in Moabit Berlin we invite artists, curators and visionaries to gain inspiration from this unique environment.

FELD+HAUS Residency will host artists giving them the opportunity to be completely immersed in the natural oasis of our space. Invited artists will be awarded a temporal apartment and art studio onsite.

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