Martin Feldbauer
Too much is not enough

Exhibition
Saturday, October 30
Opening 2–8 pm

Als verbildlichte Informationen fließen Diagramme und Statistiken in Martin Feldbauers künstlerische Arbeit ein und zeigen, wie unsere Gesellschaft durch mathematische Modelle beschreibbar gemacht wird. Laut einem Bericht der britischen Hilfsorganisation Oxfam aus dem Jahr 2018 besitzen weltweit 42 Menschen zusammen so viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Kritik an der Grundlage der Daten und an deren Interpretation ist sicher wichtig und bei derartigen Schätzungen angebracht – dennoch ist das Muster, das sich abzeichnet, eindeutig: Wohlstand häuft sich „an der Spitze“ an, während „die breite Masse“ abgehängt wird.

Berechnet man das Verhältnis der oben erwähnten Zahlen kommt man auf 1:88.095.000. Wie kann man diesen enormen Unterschied bildlich darstellen? Sand scheint hierfür ein geeignetes Material zu sein. Berücksichtigt man die spezifische Dichte von Quarzsand und wählt eine gut sortierte Korngröße, kommt man auf ein ungefähres Verhältnis von einem Sandkorn zu 229kg Sand. Das sind die Eckdaten auf Grund derer eine eigens für FELD+HAUS Projects Berlin entwickelte Installation entstanden ist. Die Frage lautet: Wie ist es möglich, so eine Unausgewogenheit in die Balance zu bringen?

Als Mitbegründer des legendären Frankfurter Labels „Phantombüro“, das zahlreiche Installationen und Projekte im öffentlichen Raum verwirklicht hat, kennt Martin Feldbauer die Potentiale kollektiver Prozesse, nutzt für seine eigenen raumgreifenden Arbeiten gerne unterschiedliche Methoden und für seine teils großformatige Malerei Impulse verschiedener Stile.

Diagrams and statistics play a major role in Martin Feldbauer’s artistic work as visualized information which show, how our society is describable through mathematic models. According to a report of the British aid organization Oxfam from 2018, 42 people own as much wealth as the whole poorer half of the world’s population. Criticism towards the basis of the data and its interpretation is certainly important and appropriate considering those estimates – nevertheless the standing out pattern is obvious: prosperity accumulates “at the top”, while the “broad masses” are suspended.

When calculating the ratio of above mentioned numbers, the outcome is 1:88,095,000. How is it possible to illustrate this enormous difference? Sand seems to be an appropriate material for that. Taking into account the specific density of quartz sand and choose a well sorted grain size, you get an approximate ratio of one sand grain to 229kg of sand. These are the key parameters for an installation which was created specifically for FELD+HAUS Projects Berlin. The question is: how is it possible to balance this instability?

As a co-founder of the legendary Frankfurt label “Phantombüro”, which realized numerous installations and projects in public spaces, Martin Feldbauer is aware of the potentials of collective processes and uses different methods for his own extensive works as well as impulses of different styles for his large sized paintings.

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Past

JEN DENIKE
Sculpting Time

Book launch, performance & video installation
Saturday, October 9, 2021
5―7 pm, Performance 5.30 pm

Neuroplastics

Klasse Zipp, Universität der Künste
curated by Gesine Borcherdt

31.8–10.9.2021

Felix Becker, Brecheisen (Athalia Altmann, Judith Konitzer, Mascha Naumann), Mina Büker, Charlotte Eitelbach, Media Esfarjani, Milan Dölberg, Ferdinand Dölberg, Kaddi Hemmerling, Hu Jinchi, Barış Kalkan, Magnus Krüger, Rainer Menke, Mascha Naumann, Sara Noubani, Anita Nurzaie, Joram Schön, Selou Sowe, Eli Steinbrenner, Marleijn Specking & De Nietsfabriek, Jannik Richard, Yannick Riemer, Luise Tismer, Ana Tomic, Phonoschrank, Greta Wildhage, Moritz Zeisner, Alon Ziderman, Thomas Zipp

Das Gehirn ist eine lebende Plastik. Es verändert sich zeitlebens, nichts ist darin festgeschrieben, wenn wir es nicht wollen. Die Realität sieht allerdings meist anders aus. Wir denken, fühlen und handeln aufgrund von neuronalen Pfaden, die, einmal angelegt, immer wieder benutzt und weiter verfestigt werden. Der Psychobiologe Donald Hebb drückte es so aus: „Neurons that fire together, wire together.“ Kampf, Flucht oder Erstarrung, vor Urzeiten angelegt im limbischen System, sind bis heute unsere spontanen Reaktionen auf Gefahr – oder auf das, was wir dafür halten. Dass wir uns anders entscheiden und unser Gehirn bis ins hohe Alter aktiv beeinflussen können, ist eine relativ junge Erkenntnis der Wissenschaft. Meditative Praktiken hingegen greifen schon seit tausenden von Jahren auf die Fähigkeit zurück, unsere Wahrnehmung und somit unsere Beziehungen zu anderen und zu uns selbst zu verändern. Werden wir im digitalen Zeitalter wieder darauf zurückgreifen?

Viele Arbeiten in der Klasse von Professor Thomas Zipp an der Universität der Künste Berlin spiegeln die Beschäftigung mit unseren Beziehungen. Sie sind geprägt von psychologischen und persönlichen Themen, von Erinnerungen und Zukunftsgedanken anhand eigener Erfahrungen. Es geht um das Verhältnis zu potentiellen Partner*innen, zur Familie, zur Kindheit, zum Körper, zur vom Menschen gebauten Welt oder zur Natur. Die Grundstimmung ist tastend, suchend, fragend, spielerisch, sich behauptend, ohne festgelegt zu sein. Unruhig, sehnsüchtig, perplex. Die Nerven liegen blank. „Neuroplastics“ arbeitet diese Atmosphäre heraus und gibt den damit verbundenen Fragestellungen Raum, die sich in Performance, Musik, Malerei, Skulptur oder Video, immer aber auf plastische Weise entfalten.

Gesine Borcherdt ist Kuratorin und Kunstjournalistin in Berlin. Über Thomas Zipp verfasste sie u.a. einen Essay im Werkkatalog von Thomas Zipp A23 (Distanz Verlag, 2020), erschienen anlässlich seiner Ausstellung in der Kunsthalle Gießen.

FELD+HAUS bietet an ihrem neuen Standort in Berlin der zeitgenössischen Kunst eine Plattform und hat eine Künstlerresidenz ins Leben gerufen. Supported by www.blueplanetisgreen.com

Photos installation view Roman März

LOCATION
FELD+HAUS Projects, Seestr. 131
13353 Berlin

Apotheke, Neurotransmitters

Bela B Felsenheimer
Konstanze Habermann
Thomas Zipp

Concert / Performance
Sunday, October 3, 2021
5 pm

Subsequent to the exhibition NEUROPLASTICS
Klasse Zipp, Universität der Künste
curated by Gesine Borcherdt

LOCATION
FELD+HAUS Projects, Seestr. 131
13353 Berlin


FELD+HAUS Projects is a new platform for playful experimentation, a creative think tank without boundaries, a laboratory of art installations, ephemeral presentations, performances, film screenings, workshops and symposiums. Located on a small island in Moabit Berlin we invite artists, curators and visionaries to gain inspiration from this unique environment.

FELD+HAUS Residency will host artists giving them the opportunity to be completely immersed in the natural oasis of our space. Invited artists will be awarded a temporal apartment and art studio onsite.

FELD+HAUS GmbH
Seestrasse 131
13353 Berlin

Opening hours by appointment only

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